Welchen Einfluss hat die angespannte Lage an den internationalen Finanzmärkten auf die Sicherheit der klassisch im Sicherungsvermögen deutscher Lebensversicherer investierten Altersvorsorgeverträge?

Die Kapitalanlage von deutschen Lebensversicheren ist gesetzlich und aufsichtsrechtlich geregelt. Vorgaben im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), Anlageverordnungen und Rundschreiben der Finanzaufsicht (BaFin) regeln die folgenden Anlagegrundsätze

  • Sicherheit
  • Rentabilität
  • Liquidität
  • Mischung und Streuung

sowie die zulässigen Anlageformen. Dabei hat die Sicherheit der Kapitalanlagen die höchste Priorität.

Kapitalanlagen breit über verschiedene Anlagesegmente gestreut 

Die Versicherer müssen überwiegend konservativ und breit gestreut ihre Kapitalanlagen tätigen. So sind die deutschen Lebensversicherer meist langfristig und mit über 80 Prozent in festverzinsliche Wertpapiere investiert, also in Staatsanleihen, Anleihen deutscher Bundes-länder, Unternehmensanleihen und Pfandbriefe, während die Anlagen in Aktien und Immobilien in den letzten Jahren zurückgegangen sind.

Den Großteil ihrer Kapitalanlagen investieren die deutschen Versicherer in Europa. So müssen aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben die deutschen Versicherungsunternehmen ihre versicherungstechnischen Verpflichtungen zu mindestens 80 Prozent in EURO abdecken.
 
Durch die Langfristigkeit und die breite Streuung der Kapitalanlagen sind die Versicherer von der Herabstufung einzelner Staaten nicht in nennenswertem Umfang betroffen    

Geringe Bedeutung haben für die deutschen Versicherer die Kapitalanlagen in den USA. So sind die Versicherer aktuell mit weniger als einem Prozent in US-Staatsanleihen investiert. Aber auch die Kapitalanlagen in den sogenannten „ PIIGS-Staaten“ (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) spielen eine geringe Rolle. Gemäß Jahresbericht der Bundes-anstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben die deutschen Versicherer nur ungefähr drei Prozent ihrer Kapitalanlagen in diesen Staaten investiert. So informierte die Allianz, dass selbst ein Schuldenschnitt Griechenlands nur eng begrenzte Auswirkungen  haben würde.

Die Kundengelder sind bei den deutschen Lebensversicherern grundsätzlich sicher angelegt. Das Versicherungsaufsichtsgesetz verpflichtet die Versicherer, die Ansprüche ihrer Versicherungsnehmer mit Eigenmitteln auch gegen Risiken bei ungünstigen Marktentwick-lungen abzudecken. So haben verschiedene Versicherer in der aktuellen Finanzmarktkrise von volatilen in weniger volatile Papiere umgeschichtet.

Die derzeitigen Überschussbeteiligungen der Lebensversicherer bleiben von der gegen-wärtigen Staatsschuldenkrise unberührt. Überschüsse, die einem Lebensversicherungs-vertrag bereits zugeteilt wurden, bleiben in voller Höhe erhalten. Durch die Finanzmarkt-krise können jedoch künftige Erträge niedriger ausfallen.

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