Der Bundestag verabschiedet am 4. Juli 2014 das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG)

Das Gesetz wird nach Zustimmung des Bundesrates (voraussichtlich am 11.7.2014) und der anschließend notwendigen Unterzeichnung durch den Budespräsidenten in Kraft treten.

Neuregelung der Beteiligung an den Bewertungsreserven von LV-Policen
Die erst im Jahre 2008 eingeführte gesetzliche Regelung, die Kunden ablaufender und gekündigter Verträge an den Bewertungsreserven für alle Anlageklassen wie Aktien, Immobilien und Zinspapiere zu beteiligen, führt in der aktuellen Kapitalmarktsituation mit niedrigen Zinsen und sinkenden Überschüssen dazu, dass hohe ungeplante Sonderausschüttungen ausgezahlt werden müssen.    

Das vom Bundestag beschlossene Gesetz modifiziert diese Vorschrift nun:
Die Neuregelung sieht vor, dass die Lebensversicherer ausscheidenden Kunden nur noch an den Bewertungsreserven auf festverzinsliche Wertpapiere beteiligen müssen, die nicht zur Deckung vereinbarter Garantien benötigt werden.


Mindestbeteiligung an Risikoergebnissen angehoben

Die Lebensversicherer müssen zukünftig mindestens 90 % ihrer Risikoüberschüsse in Form der Überschussbeteiligung an ihre Versicherten weitergeben. Bisher lag die Mindestbeteiligung bei 75 %.


Garantiezins sinkt zum 1.1.2015 für Neuverträge von 1,75 % auf 1,25 %
Für alle ab dem 1.1.2015 abgeschlossenen Lebensversicherungsverträge gilt eine Absenkung des Garantiezinses auf 1,25 %. Für die davor abgeschlossenen Verträge gilt ein Bestandsschutz.


Offenlegung der Effektivkosten eines Lebensversicherungsvertrages
Die Lebensversicherer müssen ab dem 1.1.2015 im Interesse einer Kostentransparenz bei Vertragsabschluss die Effektivkosten eines Vertrages aufzeigen.

Diverse Lebensversicherer haben bereits in der Vergangenheit in ihren Produktinformationendie Renditeminderung durch die Kosten des Vertrages ausgewiesen. Die Kosten wurden dabei auch in Euro und Prozentwerten genannt. Es bleibt abzuwarten, ob die neuen gesetzlichen Regelungen eine Ergänzung notwendig machen.


Absenkung des Höchstzillmersatzes von 40 Promille auf 25 Promille zum 1.1.2015
Die Versicherer dürfen ihren Neukunden für Vertragsabschlüsse ab 1.1.2015 nur noch 25 Promille als Abschlussprovision in Rechnung stellen. Ziel der Bundesregierung ist es, die Abschlusskosten auf ein insgesamt niedrigeres Niveau zu bringen.

Bundesregierung plant darüber hinaus eine Ausschüttungssperre für Aktionäre bei bestehendem Sicherungsbedarf.

 

Nach oben