Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung bietet die Möglichkeit, dass ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer aus Anlass eines Arbeitsverhältnisses  zusagt, Versorgungsleistungen bei Alter, Tod oder Invalidität zu übernehmen.

Durchführungswege

Direktversicherung

Abfindungszahlungen

Auswirkung der steuerfreien Entgeltumwandlung

Anforderungen an eine steuerlich wirksame Pensionszusage

Zeitwertkonten

Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen

Liquidations-Direktversicherung

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

Die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung über einen Versorgungsträger erfolgt durch steuerfrei vom Arbeitgeber abgeführte Beiträge. Erst die Leistung aus der betrieblichen Altersversorgung im Alter wird zu steuerpflichtigem Einkommen (nachgelagerte Besteuerung).

Erweiterung des steuerlichen Förderrahmens auf acht Prozent der BBG

Der Gesetzgeber hat die steuerliche Förderung für Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds von vier Prozent auf acht Pro­zent der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) an­gehoben.

Verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehaltes, spricht man von einer Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeber führt diesen Gehaltsanteil an einen Versorgungsträger ab und gibt seinem Arbeitnehmer im Gegenzug eine  wertgleiche Versorgungszusage. Seit einigen Jahren hat jeder Arbeitnehmer sogar einen Rechtsanspruch auf eine steuerfreie Entgeltumwandlung im Rahmen des § 3 Nr. 63 EStG, der Arbeitgeber kann jedoch den Weg und den Versorgungsträger vorgeben. Zusätzlich zur Steuerfreiheit sind die Beiträge für eine betriebliche Altersversorgung bis zur Höchstgrenze des § 3 Nr. 63 EStG auch sozialabgabenfrei. Die Höchstgrenze beträgt in 2019 für die 4-Prozentgrenze bei jährlich € 3.216, für die 8-Prozentgrenze bei € 6.432.
 
Scheidet ein Arbeitnehmer vor Eintritt des Versorgungsfalls (Erreichen der Altersgrenze, Tod oder Invalidität) aus dem Unternehmen aus, bleibt ihm eine Anwartschaft erhalten, soweit eine Unverfallbarkeit eingetreten ist. Bei einer Entgeltumwandlung durch den Arbeitnehmer sind die gesetzlichen Unverfallbarkeitsfristen sofort erfüllt, während bei einer arbeitgeberfinanzierten Versorgung die Unverfallbarkeit erst eintritt, wenn der Arbeitnehmer bei Austritt das 25. Lebensjahr vollendet hat und die Zusage mindestens fünf Jahre bestand.
 
Für alle Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung gilt, dass die Leistungen als lebenslange Rente oder als Kapitalauszahlung frühestens nach Vollendung des 60. Lebensjahres in Anspruch genommen werden können. Für Versorgungszusagen, die nach dem 31.12.2011 erteilt wurden, erhöht sich diese Altersgrenze auf die Vollendung des 62. Lebensjahres.
 
Für die betriebliche Altersversorgung gelten vom Gesetzgeber eng gefasste Bezugsrechtsmöglich-keiten. Auch können die Ansprüche nicht beliehen oder verpfändet werden.
 
Bis die Leistungen im Alter der nachgelagerten Besteuerung unterliegen, nutzen die Arbeitnehmer bei einer steuerfreien Entgeltumwandlung einen Steuerstundungseffekt und einen Zins- und Zinseszinseffekt. Oft ist der Steuersatz im Alter nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben niedriger als während der aktiven Zeit.

Nach oben