Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)

Der Gesetzgeber hat das BilMoG verabschiedet. Die Änderungen werden für Geschäftsjahre wirksam, die nach dem 31.12.2009 beginnen. Ab 2010 müssen alle Unternehmen ihren handelsrechtlichen Abschluss nach den neuen, internationalen Standards angepassten Regeln abfassen.
 
Das Gesetz hat auch für die betriebliche Altersversorgung Auswirkungen.

Welches Ziel verfolgt das BilMoG?
Das deutsche Handelsrecht wird an die internationalen Bilanzierungsstandards (IFRS) angenähert. Nur so sind Aussagekraft, Vergleichbarkeit und Transparenz der Abschlüsse gewährleistet. Außerdem soll die Bilanzierung insbesondere für kleine und mittlere Unter-nehmen vereinfacht werden.

Bisher ist als Rückstellungsbetrag für Pensionszusagen in der deutschen Handelsbilanz der steuerliche Wert nach § 6a EStG (Teilwertmethode mit 6 % Rechnungszins) von den Wirt-schaftsprüfern als Mindestwert anerkannt. Zukünftig wird die Abzinsung der Rückstellung mit einem durchschnittlichen Marktzins erfolgen.
 
Darüber hinaus sollen bei der Rückstellungsbewertung Preis- und Kostensteigerungen (z.B. Gehaltssteigerungen, Rententrends) berücksichtigt werden. Da das Gesetz die Bewertungs-methode nicht festlegt, kann künftig anstelle der Teilwertmethode auch die so genannte Projected Unit Credit Method (PUC-Methode, aus IAS 19 bekannt) verwendet werden.
 
Als zweite große Neuerung schreibt das BilMoG die Saldierung von Pensionsverpflichtungen mit Vermögensgegenständen vor, die ausschließlich der Erfüllung der betreffenden Ver-pflichtungen dienen. Diese Vermögensgegenstände sind mit dem Zeitwert anzusetzen. Über-steigt der Zeitwert der zu verrechnenden Vermögensgegenstände die Pensionsverpflichtung, ist der übersteigende  Betrag als gesonderter Posten zu aktivieren. Eine Saldierung, also eine Bilanzverkürzung, ist damit erstmals auch ohne internationale Bilanzierung möglich.

Welche Unternehmen betrifft das neue Gesetz?
Alle Unternehmen, die nach Handelsrecht bilanzierungspflichtig sind, müssen die Neue-rungen kennen und anwenden. Soweit diese Unternehmen ihre betriebliche Altersversor-gung bereits heute über eine Direktversicherung, eine  Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse umgesetzt haben, ändert sich durch das BilMoG nichts. Jedoch die Arbeitgeber, die Pensionsrückstellungen in ihrer Bilanz aus-weisen, sollten jetzt aktiv werden.

Neuordnung der betrieblichen Altersversorgung ist meist unerlässlich
Die neuen Vorschriften bewirken i. d. R. bei allen Unternehmen, die nach Handelsrecht bilanzierungspflichtig sind und die Pensionsverpflichtungen in ihrer Bilanz ausweisen, eine deutliche Erhöhung der Pensionsrückstellungen. Sie belasten die Bilanz und decken mögliche Unterfinanzierungen auf.

Gern zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten für eine Neuordnung Ihrer betrieblichen Altersversorgung auf
Der vorausschauende Umgang mit Pensionsverspflichtungen sollte unabhängig davon, nach welcher Bilanzierungsnorm die Verpflichtungen bewertet werden, ein integraler Bestandteil des internen Liquiditäts-, Kosten- und Risikomanagements sein.
 
Sie können die neuen gesetzlichen Vorgaben zum Vorteil Ihres Unternehmens nutzen. So lässt sich beispielsweise die Bilanz durch Saldierung zweckgebundener Vermögensgegenstände mit entsprechenden Pensionsverpflichtungen optimieren.
 
Das BilMoG deckt auf, was in vielen Unternehmen bereits seit langem schlummert:
Die betrieblichen Pensionszusagen sind oft nicht ausreichend abgesichert. Abhilfe schafft eine systematische Neuordnung der betrieblichen Altersversorgung.
 
Bitte sprechen Sie uns an. Gern möchten wir gemeinsam mit Ihnen die für Ihr Unternehmen und zu Ihrer Liquiditätsplanung passenden Lösungen finden.

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