Die Durchführungswege

1. die versicherungsförmigen Durchführungswege

  • Direktversicherung
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds 

In 2019 kann eine Entgeltumwandlung bis 6.432 € jährlich gemäß § 3 Nr. 63 EStG über diese drei versicherungsförmigen Durchführungswege steuerfrei vorgenommen werden. Bis 3.216 sind die Beitragszahlungen auch sozialabgabenfrei.

Auch nach der Einführung des Betreibsrentenstärkungsgesetzes am 1.1.2018 bleibt für die vor dem 1.1.2005 abgeschlossenen pauschal besteuerten Direktversicherungen gemäß § 40 b EstG a. F. die 20 Prozent Pauschalbesteuerungsmöglichkeit bestehen. Jedoch werden nur noch die tatsächlich pauschalbesteuerten Beträge im Kalenderjahr auf den neuen steuerfreien Dotierungsrahmen von acht Prozent angerechnet. Der Differenzbetrag entspricht dem dann noch förderfähigen Beitrag.


2.  die nicht versicherungsförmigen Durchführungswege

  • Unterstützungskasse

Die Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbständige Einrichtung, die Versorgungs-leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung für Unternehmen gewährt. Der Arbeitgeber finanziert die von ihm zugesagte Versorgungsleistung über Zuwendungen an die Unterstützungskasse, die in den Grenzen des § 4 d EStG als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Ansonsten findet keine Bilanzberührung statt.
 
Für eine Unterstützungskassenversorgung gilt eine steuerfreie Entgeltumwandlung sogar ohne die Höchstgrenze des § 3 Nr. 63 EStG. Dieser Durchführungsweg ist daher insbesondere für Führungskräfte interessant.
 
Formal bietet die Unterstützungskasse dem Arbeitnehmer keinen Rechtsanspruch auf die Versorgungsleistung. Dafür bleibt der Arbeitgeber in der Haftung und ist verpflichtet, an den Pensionssicherungsverein (PSVaG) einen in Abhängigkeit von der unverfallbaren Rentenzusage jedes Jahr neu festgelegten Beitrag zu zahlen, um die Versorgungsleistung im Fall seiner Insolvenz zu schützen. Der aktuelle Beitragssatz 2018 beträgt 2,1 Promille der Beitragsbemessungsgrundlage.
   
Meist erfolgen die Zusagen heute über eine  rückgedeckte Unterstützungskasse, d.h. die biometrischen Risiken vorzeitiger Versorgungsfälle durch Invalidität oder Tod der versicherten Arbeitnehmer werden ganz (kongruent) oder teilweise auf ein Versicherungsunternehmen ausgelagert. Die Unterstützungskasse leitet zur Rückdeckung die Zuwendungen nach Abzug von Gebühren an das Versicherungsunternehmen weiter.
 
Eine Unterstützungskassenversorgung setzt einen regelmäßigen Umwandlungsbetrag voraus, der gleichbleibend oder steigend fest vereinbart werden muss. Sonderzahlungen und Tantiemen, soweit sie nicht im Arbeitsvertrag fest vereinbart sind, können nicht in eine Unterstützungskassenversorgung eingezahlt werden. Hingegen kann die Höhe der Entgeltumwandlung gemäß § 3 Nr. 63 EStG in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds je nach den persönlichen Möglichkeiten des Arbeitnehmers und nach Zustimmung des Arbeitgebers jährlich nach oben oder unten justiert werden.

  • Direktzusage des Arbeitgebers

Ein weiterer Durchführungsweg zur betrieblichen Altersversorgung ist die Direktzusage des Arbeitgebers (Pensionszusage). Der Arbeitgeber sagt seinem Mitarbeiter eine Leistung zu, die er durch Bildung von Pensionsrückstellungen in der Bilanz ausweist.
 
Die Direktzusage stellt meist die wesentliche Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung eines Gesellschafter-Geschäftsführers dar. Es obliegt dem zuständigen Betriebsstättenfinanzamt zu prüfen, ob die Höhe der Zusage im Hinblick auf alle betrieblichen und persönlichen Faktoren angemessen ist. Auch muss die Zusage vor Vollendung des 62. Lebensjahres und spätestens zehn Jahre vor dem vorgesehenen Eintritt in den Ruhestand erteilt worden sein. Weiter gilt eine Pensionszusage erst nach einer ausreichend langen Zeit der aktiven Tätigkeit als erdient.
 
Heute versuchen die meisten Arbeitgeber oft, die erteilten Zusagen auszufinanzieren und über einen Pensionsfonds oder Versicherer rückzudecken. Das für eine Ausfinanzierung  der Zusage erforderliche Kapital muss als Einmalbeitrag oder durch laufende Beitragszahlungen aufgebracht werden.

 

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