Zeitwertkonten

In den letzten Jahren haben die so genannten Zeitwertkontenmodelle Beachtung gefunden. Im Rahmen dieser Modelle richtet der Arbeitgeber für jeden teilnehmenden Mitarbeiter ein eigenes Zeitwertkonto ein. Ziel dieser Konten ist eine vorzeitige Freistellung  (Ruhestand) oder eine vorübergehende Freistellsphase während des aktiven Berufslebens (Sabbatical) des Mitarbeiters zu ermöglichen.

Der Gesetzgeber verlangt, dass die Wertguthaben der Mitarbeiter gegen eine mögliche Insolvenz  des Arbeitgebers abgesichert werden.

Langzeitkonten
Neben laufenden Gehaltsbestandteilen, die dem Zeitwertkonto steuer- und sozialversiche-rungsfrei gutgeschrieben werden, können auch Sonderzahlungen, Urlaubsansprüche und Überstunden angesammelt werden. So erhöht sich das persönliche Guthaben sowohl durch finanzielle Leistungen als auch durch Zeitgutschriften. Die üblichen Dotierungsgrenzen der betrieblichen Altersversorgung gelten für Zeitwertkonten nicht. Welche Leistungen für den Aufbau von Langzeitkonten umgewandelt und wie die Leistungen später genutzt werden können, ist auf der Basis einer Betriebsvereinbarung festzuhalten.

Die steuerliche Anerkennung von Zeitwertkonten setzt voraus, dass eine zwischen Arbeit-geber und Arbeitnehmer getroffene Vereinbarung einen Rückfluss des investierten Brutto-arbeitslohnes zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme des Guthabens gewährleistet. Diese Sicherung kann über Versicherungsprodukte, aber auch durch festverzinsliche Anlagen ohne Kursrisiko erfolgen. Für Zeitwertkontenmodelle, die vor dem 1.2.2009 eingerichtet und steuerlich anerkannt wurden, muss bis spätestens zum 31.12.2009 sichergestellt werden, dass zum Freistellungstermin ein Rückfluss der Arbeitnehmerdotierungen sicher gestellt wird, anderenfalls führen Dotierungen ab dem 1.1.2010 zum steuerlichen Zufluss.

Das BMF hat in einem am 17.6.2009 veröffentlichten Schreiben zur lohn- und einkommen-steuerlichen Behandlung sowie den Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung von Zeitwertkontenmodellen mit Gültigkeit ab dem 1.1.2009 ausgeführt, dass Organe juris-tischer Personen zukünftig nicht mehr in diesen Modellen steuerfrei dotieren können.

Vorruhestandskonten
Diese Variante der Langzeitkonten dient ausschließlich zur Realisierung einer Freistellungs-phase direkt vor dem Übergang in den Ruhestand.

Arbeitnehmer ab 55 Jahren ermöglicht die Alterteilzeit einen gleitenden Übergang in den Ruhestand. Meist wird hierfür das so genannte Blockmodell angewandt, bei dem der Arbeitnehmer zunächst voll arbeitet, jedoch auf die Hälfte seines Gehaltes verzichtet. Das dabei angesparte Gehalt wird später in der Freistellungsphase abgerufen. Der Arbeitgeber stockt das Alterteilzeitgehalt um mindestens 20 Prozent auf.

Die Bundesagentur für Arbeit hat unter bestimmten Voraussetzungen für Alterteilzeit-verhältnisse, die vor dem 31.12.2009 begonnen wurden, Zusatzleistungen des Arbeitgebers übernommen. Auch wenn diese Erstattungsleistungen der Bundesagentur für Arbeit für neue Altersteilzeitverhältnisse nicht mehr gewährt werden, kann durch den Arbeitgeber die Altersteilzeit im Sinne des Altersteilzeitgesetzes weiter angeboten werden.

Vorruhestandskonten werden von einigen deutschen Lebensversicherern angeboten. Bitte sprechen Sie uns an, wenn wir Ihnen die Vorteile eines Vorruhestandskontos vorstellen dürfen:

  • die vom Gesetzgeber geforderte Insolvenzsicherung durch eine standardmäßige Verpfändung
  • kostengünstige Verwaltung, Mitarbeiterinformation und auf Wunsch Abwicklung in der Freistellungsphase durch einen Versicherer
  • garantierte Verzinsung und Überschussbeteiligung auf das Guthaben
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