Privat Rente

Die private Lebens- und Rentenversicherung bleibt – gemessen an der Zahl der Vertrags-abschlüsse – die wichtigste Form der privaten Altersvorsorge. Standen bis vor einigen Jahren die Kapitalansammlung bis Rentenbeginn und der Risikoschutz für den Fall des Ablebens der versicherten Person beim Vertragsabschluss im Vordergrund, achten heute viele Kunden verstärkt auf die lebenslange Rentenzahlung nach dem Ende der Ansparphase.
 
Die private Rentenversicherung kann als aufgeschobene Rentenversicherung mit laufenden Beiträgen oder mit einem Einmalbeitrag für einen späteren Beginn der Rentenzahlung (regelmäßig zwischen 60 und 67 Jahren) abgeschlossen werden. Alternativ bieten die Versicherer auch eine sofort beginnende Rentenversicherung mit einem Einmalbeitrag an.

Sofort-Rente mit Einmalbeitrag

Versteuerung der privaten Rentenversicherung

Britische Lebensversicherungen

Bezugsrecht

Erbschaftspolice

Veräußerung von Policen

klassische Rentenversicherung mit garantiertem Rechnungszins
Die klassische private Rentenversicherung, die den Sparanteil der Prämie mit einer Garantieverzinsung im Sicherungsvermögen des Versicherers anlegt und dabei die gesetzlichen Vorgaben von Mischung und Streuung der Kapitalanlagearten berücksichtigen muss, sichert nicht das Todesfallrisiko, sondern das Langlebigkeitsrisiko der versicherten Person ab. Stirbt die versicherte Person vor Rentenbeginn, so werden zumeist nur die eingezahlten Prämien sowie die Überschussbeteiligungen ausbezahlt. Etwas anderes gilt nur dann, wenn eine Hinterbliebenenrente zugunsten einer zweiten versicherten Person (in der Regel der Ehepartner) oder ein zusätzlicher Todesfallschutz in Form einer Risiko-Zusatz-versicherung vereinbart wurde.
 
Garantiert wird von den Versicherungsgesellschaften in den klassischen Rentenversiche-rungsverträgen nur eine versicherte Rente . In den Angeboten der Versicherer und in der Police selbst wird diese übliche Weise als Garantierente deklariert und auf der Basis des bei Vertragsabschluss geltenden Rechnungszinses berechnet. Die Gewinn- oder Überschussrente ist die versicherte garantierte Rente zuzüglich der Überschussbeteiligung des Versicherers. Die von den Versicherern bei Vertragsabschluss genannten - über die Garantiewerte hinaus gehenden - Gewinnanteile stellen nur eine Prognose dar, die auf der Basis der Überschuss-beteiligungen des Versicherers berechnet wurden und gegenüber dem Aufsichtsamt in dem jeweiligen Jahr deklariert wurden.

neues Produktangebot 1:  Der Versicherer investiert den Sparbeitrag zwar in das Sicherungsvermögen, die Wertentwicklung orientiert sich jedoch an der Wertentwicklung eines Aktienindex (z.B. EURO STOXX 50, DAX u.a.). Die Jahresrendite ergibt sich zwischen den jährlichen Stichtagen aus der Summe der positiven und negativen monatlichen Wertentwicklungen. Die monatliche Wertentwicklung wird begrenzt von einem Cap (= Renditeobergrenze), alternativ durch eine prozentuale Beteiligung an einer positiven monatlichen Wertentwicklung. Ist das Ergebnis am Jahresende negativ, wird die die Jahresrendite auf Null gesetzt.
 
Meist verlangen die Versicherer für ihre indexorientierten Produkte eine Mindestvertragslaufzeit von zwölf Jahren, um dann eine Beitragsgarantie einzuräumen. Jedes räumen die Versicherer ihren Kunden auch einen Wechsel in die sichere Verzinsung ein.
 
neues Produktangebot 2:  Der Versicherer investiert das Kapital des Versicherten zwar im Sicherungsvermögen, bietet jedoch keine Garantieverzinsung. Der Versicherer garantiert am Ende der vereinbarten Aufschubzeit lediglich den Erhalt der eingezahlten Sparbeiträge sowie eine Mindestrente. Die Überschussbeteiligung soll wegen des Verzichts auf die Garantieverzinsung höher ausfallen als in der klassischen Vertragsvariante (z.B. + 0,3 % p.a.), solange die Kapitalanlagen des Versicherers jedes Jahr eine höhere Rendite als den Garantiezins erzielen.

fondsgebundene Rentenversicherung
Fondsgebundene Rentenversicherungen stellen eine Kombination aus privater Renten-versicherung und Fondsinvestition dar. Die Sparanteile der Beiträge werden in einem oder mehreren von dem Versicherten ausgesuchten Fonds investiert. Ein Wechsel der Fonds ist meist möglich. Auf der einen Seite bieten diese Produkte insbesondere bei längeren Vertrags-laufzeiten höhere Renditechancen als die klassischen Produkte, auf der anderen Seite trägt jedoch der Versicherte auch das Kapitalanlagerisiko, soweit er nicht einen Garantiefonds ausgewählt hat.
 
Entscheidet sich der Versicherte am Ende der Ansparphase für eine lebenslange Renten-zahlung, übertragen die Versicherer das Fondskapital meist in eine klassische Renten-versicherung.
 
Variante: In den letzten Jahren stieg das Angebot an den so genannten Hybridprodukten. Es handelt sich dabei fondsgebunde Rentenversicherungsverträge, die bei Vertragsablauf und/oder während einer Rentenbezugsphase garantierte Mindestleistungen vorsehen. Die zur Erfüllung der Leistungsverpflichtung des Versicherers bestimmten Kapitalanlagen werden teilweise als in Anteilseinheiten geführte fondsgebundene Kapitalanlagen gehalten, teilweise im Anlagestock des konventionellen Lebensversicherungsgeschäfts geführt.
 
Die Hybridprodukte unterscheiden sich einerseits durch die Festlegung des garantierten Leistungsumfangs, andererseits durch die Techniken, mit denen die Garantieleistungen sichergestellt werden. Die gängigen Formen von Garantieleistungen bei Vertragsablauf bzw. bei Rentenbeginn sind der Beitragserhalt, die Höchststandsgarantie und die Mindestverzinsung.
 
Eine Weiterentwicklung der 2-Topf Hybridprodukte aus einer Kapitalanlage im Sicherungsvermögen und freien Fonds sind die so genannten 3-Topf Hybridprodukte. Hier wird die Kapitalanlagestrategie der Fondsanlagen so gestaltet, dass für definierte Perioden Verlustobergrenzen für den Wert der Kapitalanlagen festgelegt werden. Der Kunde investiert hier in drei Assetklassen: im Sicherungsvermögen mit einem Garantiezins, in einen Wertsicherungsfonds sowie in eine Fondsanlage aus frei wählbaren Fonds. Durch eine im Zeitablauf variable Aufteilung der Kapitalanlage zwischen den fondsgebundenen Anlagen und dem konventionellen Deckungsstock wird sichergestellt, dass der Wert der im Sicherungsvermögen getätigten Anlage und der nach Eintritt des für die nächste Periode zulässigen maximalen Verlustes verbleibende Wert der fondsgebundenen Anlagen zusammen genommen stets so groß ist wie die für die vereinbarte Garantieleistung errechnete Deckungs-rückstellung.

lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung

Am Ende der Aufschubzeit (Ansparphase) kann der Versicherungsnehmer zwischen der Kapitalauszahlung und der lebenslangen Rentenzahlung wählen.

Der Versicherer nimmt bei der Berechnung einer lebenslangen Leibrente Sterbetafeln zu Hilfe. Die Höhe des Einmalbeitrages und die restliche Lebenserwartung in Abhängigkeit vom Geschlecht der versicherten Person gemäß Sterbetafel bestimmen die Höhe der monatlichen Rente. Auch wenn die versicherte Person länger lebt als die Sterbetafel ausweist, erfolgt lebenslang die Auszahlung der vereinbarten Rente. Der Versicherte hat sein biometrisches Risiko der Langlebigkeit auf den Versicherer übertragen.

Bei der Kalkulation der Rentenhöhe berücksichtigt der private Rentenversicherer auch die bei Antragstellung benannte Rentengarantiezeit, d.h. die ab Rentenzahlungsbeginn geltende Mindestlaufzeit der Rentenzahlung, die der Versicherer unabhängig vom Zeitpunkt des Todes des Versicherten einhalten muss.

Auch eine Hinterbliebenenrente  kann vereinbart werden. Hier wird zunächst die vereinbarte Rentenzahlung für den Versicherten lebenslang gezahlt, nach seinem Tod wird eine Hinterbliebenenrente lebenslang an den benannten Partner als zweite versicherte Person fortgezahlt.

einkommensteuerliche Vorteile der lebenslangen Leibrentenzahlung
Wird bei einer Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht die Rentenzahlung gewählt, so unterliegt die Rente mit dem § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a) Doppelbuchst. bb) EStG zu entnehmenden Ertragsanteil der Besteuerung.
 
Entscheidend für die Höhe des zu versteuernden Ertragsanteils ist das vollendete Lebensjahr zum Zeitpunkt des ersten Rentenbezuges:
 
Besteuerung mit dem Antragsanteil gemäß § 22 Einkommensteuergesetz (EStG):

Alter des Rentenempfängers bei Rentenbeginn Ertragsanteil  in Prozent der Rente
50 Jahre 30  %
51 und 52 Jahre 29  %
53 Jahre 28  %
54 Jahre 27  %
55 und 56 Jahre 26  %
57 Jahre 25  %
58 Jahre 24  %
59 Jahre 23  %
60 und 61 Jahre 22  %
62 Jahre 21  %
63 Jahre 20  %
64 Jahre 19  %
65 und 66 Jahre 18  %
67 Jahre 17  %
68 Jahre 16  %
69 und 70 Jahre 15  %
71 Jahre 14  %
72 und 73 Jahre 13  %
74 Jahre 12  %
75 Jahre 11  %
76 und 77 Jahre 10  %
78 und 79 Jahre 9  %
80 Jahre 8  %
81 und 82 Jahre 7  %
83 und 84 Jahre 6  %
 
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