Ausfall einer Schlüsselkraft im Unternehmen: Die Keyman-Police

Der geschäftliche Erfolg von kleinen und mittelständischen Unternehmen kann durch den Tod einer Spitzenkraft, die in einer Schlüsselfunktion das Unternehmen maßgeblich beeinflusst hat, wesentlich gefährdet werden. Sogar die  Existenz des Unternehmens kann in der Folge bedroht sein.
 
Für Mitarbeiter in einer Schlüsselfunktion kann das Unternehmen eine Schlüsselkraftversicherung - die Keyman-Police - abschließen. Es handelt sich hierbei um eine besondere Form der Lebensversicherung. Ist die Todesfallsumme fällig, kann das Unternehmen die wirtschaftliche Belastung durch die meist erheblichen Kosten auffangen, die für die Suche, die Einstellung und die Einarbeitung eines qualifizierten Ersatzes notwendig sind.

Die steuerliche Behandlung von Beitrag und Leistung:
Die Beiträge für eine Keyman-Versicherung sind für eine Kapitalgesellschaft als Betriebsausgaben absetzbar. Ansonsten wirkt sich die Police nicht auf die Bilanz aus. Eine Leistung im Todesfall stellt eine Betriebseinnahme dar und ist im Zuflussjahr zu versteuern. Zu einer Erhöhung des Gewinns wird es durch den Zufluss der Leistung regelmäßig jedoch nicht kommen, da der Einnahme meist die Aufwendungen für die Suche und die Einarbeitung eines Nachfolgers gegenüber stehen.
 
Bei einer Personengesellschaft stellen die Beiträge für eine Keyman-Police keine Betriebs-ausgaben dar. Daher müssen die Ansprüche auf die Versicherungsleistung in der Steuerbilanz nicht aktiviert werden. Fällige Leistungen sind für eine Personengesellschaft ergebnisneutral und nicht zu versteuern. Steuerrechtlich wird der Vertrag dem Privatvermögen zugerechnet.

Varianten der Keyman-Police:
Meist wird die Keyman-Police als reine Risiko-Lebensversicherung vereinbart. Hier wird die Leistung nur bei Tod der versicherten Person fällig.
   
Die Keyman-Police kann aber auch als kapitalbildende Variante abgeschlossen werden, soweit das im Vertrag vorhandene Kapital auch bei einem normalen Ausscheiden oder einer schweren Erkrankung des versicherten Mitarbeiters für die Kosten der Suche eines Nachfolgers zur Verfügung stehen soll.

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